Aktuell

März 2022

Im Bild die Einladungskarte zur Ausstellung Dialog Papier

Unsere Frühjahrsausstellung
von 2. April bis 14. Mai

Mit großer Freude präsentieren wir unsere erste Ausstellung in diesem Jahr:
DIALOG PAPIER.
Papier ist ein Medium, das die Kreativität beflügelt. So wie ein leeres Blatt Dichter zu ihren Versen inspirieren kann, verführt es Schmuckmacher dazu, es zu falten, zu schneiden, zu drehen, zu verwinden. Egal, ob sie sich ihm spielerisch nähern oder mathematisch präzise, ob sie es als Modell nutzen, oder das Medium zum Werkstoff selbst machen:
Es entstehen außergewöhnliche Schmuckstücke, die faszinieren.
Mehrere Schmuckkünstler haben sich dem Thema Papier auf ganz unterschiedliche Weise angenähert.
Eine kleine Auswahl möchten wir Ihnen bei unserer Ausstellung DIALOG PAPIER vorstellen.

Attei Chen

Brosche O.T. 2016 | Papier, Farbe, Silber, Holz, Graphit, Edelstahl

„Matter of perspective – in this series of work, I was occupied primarily with the theme of multiple perspectives, the way that we perceive and record our surroundings.“

Attai Chen wurde in Jerusalem geboren. Von 2002 bis 2006 studierte er an der renommierten Bezalel Academy  of Arts & Design im Fachbereich Schmuck, von 2007 bis 2012 an der Akademie der Bildenden Künste in München, Klasse für Schmuck, bei Prof. Otto Künzli. Seine skulpturalen Arbeiten sind in zahlreichen Museen in Europa, den USA und Israel zu sehen.

Claudia Hoppe

Armreif Cookies | Silber 925

„In ihren Arbeiten vereint Claudia Hoppe traditionelles Goldschmiedewissen mit zeitgenössischen Einflüssen aus Produkt- und Schmuckdesign, Installation und Skulptur. Während die Entwürfe in Papier von Hand gefertigt werden, kommen in der Ausführung der Stücke auch moderne industrielle Techniken zum Einsatz.“

Claudia Hoppe wurde in Kiel geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Goldschmiedin und studierte zunächst Produktdesign – Fachrichtung Schmuck – an der Hochschule Düsseldorf und der Escola Massana in Barcelona, Spanien. 2011 schloss sie mit dem Master of Arts ihr Studium Objekt & Schmuck an der PXL-MAD School of Arts, in Hasselt, Belgien, ab. Claudia Hoppe wurde mehrfach mit Design-Awards ausgezeichnet und war 2017 für den German Design Award nominiert.

Papier Langackerhäusl

Kette Pico | recyceltes Papier

„Papier ist unser bevorzugtes Medium, da es sich um ein natürliches Material mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten handelt. Wir verwenden unser eigenes handgeschöpftes Papier sowie andere ausgewählte Varianten, um unsere Arbeiten zu vervollständigen. Alle zusätzlichen Komponenten wie Stoffe, Farben, Eisenwaren, Leder und Nicht-Leder-Alternativen werden hinsichtlich Qualität, Aussehen und Nachhaltigkeit gleichermaßen geprüft.“

Hinter Papier Langackerhäusl stehen die beiden österreichischen Kreativen Ralf Stauss und Edward Richardson. Ihre eigenwilligen Papierkreationen sind komplett „hausgemacht“ und umfassen neben den Schmuckarbeiten auch eine umfangreiche Taschenkollektion. In ihre Arbeit – die sie selbst als autodidaktische Kunstausübung beschreiben –  fließen Erfahrungen aus den Bereichen Kostümdesign, Schneiderei, Grafikdesign und visuelles Styling ein.

Christiane Gilg

Gedrehter Halsreif | Silber 925

„Meine Gold- und Silberarbeiten sollen ‚papierene‘ Leichtigkeit mit unkomplizierter Tragbarkeit verbinden.“

Christiane Gilg wurde in München geboren. Nach einigen Semestern Kunstgeschichte folgte die Ausbildung zur Goldschmiedin. Christiane Gilg arbeitet seit 1985 selbständig und hat seit 2002 ein Atelier in Freising.

Julia Reymann

Halsreif | Japanpapier, Silber 925

„Leichtigkeit und Struktur sind die Eigenschaften die mich am Experimentieren mit Papier reizen.“

Julia Reymann wurde in Bremen geboren. Sie studierte an der HAWK Hildesheim Metallgestaltung bei Prof. Dobler und Prof. Bünck und beteiligt sich mit ihren Arbeiten regelmäßig an Ausstellungen im In- und Ausland.

Sophia Epp

Ohrschmuck Margeritte | Silber 925

„Mein Anliegen ist es, Gesehenes, Erlebtes, Erspürtes in tragbaren, handwerklich erlesenen Schmuck zu verwandeln.“

Sophia Epp, geboren in Marktoberdorf, bestand 1996 ihre Meisterprüfung im Silberschmiedehandwerk als Jahresbestmeisterin und besuchte bis 1998 die Akademie für Gestaltung und Restaurierung im Handwerk, Bereich Schmuckgestaltung bei Erico Nagai. Sie nimmt seit 1994 an internationalen Ausstellungen teil.

Lilly Veers

Halsschmuck | Papier, Harz, Farbpigmente, Rauchquarz

„Seit Beginn meiner Selbständigkeit ist es mein Ziel, Schmuck in höchster Qualität anzubieten, aus Materialien, die in ökologisch und sozial verantwortbarer Form produziert sind. Meine Arbeit mit Papier und Harz unterstützen diesen Ansatz: Materialien, die aus nachwachsenden, nachhaltigen Naturstoffen bestehen, die ich aber in ihrer endgültigen Ausdrucksform selbst schaffen muss.“

Lilli Veers wurde in Heide geboren. 2003 machte sie ihren Abschluss als Goldschmiedemeisterin. Danach folgte ein Studium zur Diplom-Designerin an der Hochschule für Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim bei Prof. Georg Dobler und Prof. Werner Bünck, Fachbereich Gestaltung. Seit 2005 beteiligt sie sich regelmäßig an Ausstellungen.

Christine Graf

Brosche | Gold 900

„Einzelne feine Streifen aus Gold oder Silber werden bei meiner Schmuckserie ‚Verflechtungen‘ miteinander verwoben. Dabei kann ich das Material – ähnlich wie Papier – ausschließlich mit meinen Händen formen. Durch die zarte Licht und Schattenführung auf der gewebten Struktur entstehen feine Nuancen in der Farbigkeit des Metalls, welche die unterschiedlichen Muster zur Geltung bringen.“

Christine Graf, die für ihr Werk unter anderem mit dem Bayerischen Staatspreis gewürdigt wurde, ist gebürtige Münchnerin und hat nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin an der Birmingham City University Silberschmieden bei Jivan Astfalck studiert.

Januar 2022

KULTURBRIEF. Das Kulturmagazin aus Bayreuth, 01|2022

Frank Piontek: „Näher an den Schmuck heran kommen. Melanie Nützel“

„Wer sich ihre fragilen Arbeiten genauer anschaut, bekommt eine Ahnung davon, wie es im Kopf einer Künstlerin aussehen mag, die mit Formen zu schaffen hat, die seit der Antike bestehen und variiert werden.

(…) Ist nicht jedes Einzelstück der Versuch, dem Naturwesen etwas abzugewinnen, was nicht Natur, sondern eben Kunst ist – ein Spiel mit Farben, Oberflächen, und, dies vor allem (sagt sie), mit Materialien, die es zu erforschen, zu testen und experimentell zu bearbeiten gilt? Ich denke an jene Flügeltierchen, die sich in herrlich schillernde Falter verwandeln können – und ist nicht der Weg von Schmuckstück zu Schmuckstück ein Weg der beständigen Metamorphose? (…)

Denn was die Künstlerin mit Blech, Draht und Email, mit Sandgüssen – die eine an natürlichste Oberflächen erinnernde Außenseite aufweisen – und Eisen („Eisen lockt mich“, sagt sie) herzustellen vermag, sind Variationen über ein nicht beendbares Thema. Sie nennt‘s: Näher an den Schmuck heran kommen. Wo sich das Material, die grün schillernden, mal stumpferen, mal glatten, mal designerhaft wirkenden, mal raffiniert vergröberten Panzer der Tiere (die keine sind) und die unregelmäßigen Rundungen der Goldringe von den herkömmlichen Formen befreien, werden tatsächlich Ideen verwirklicht, von denen Melanie Nützel kaum ahnt, dass sie sie schon gegossen, punziert, getrieben und gehärtet hat. Die Frage, was Kunst sei, ist bekanntlich nur mit den Werken selbst beantwortbar. Die Frage: „Was ist Schmuck?“ bzw. „Was ist Schmuck- Kunst?“ bekommt man reflektiert, wenn man sich die mehr oder weniger schimmernden Kleinobjekte mit ihren textilnahen Oberflächen genauer anschaut.

(…)  Schon die Tatsache, dass ihre „Käfer“ sich längst von den naturgetreu sein wollenden Käferbroschen ihrer Kollegen emanzipiert haben, zeigt an, dass sie die eigene Handschrift gefunden hat, um die es letzten Endes geht, wenn man nicht Kunsthandwerk, sondern Kunst machen muss – zumindest für den Augenblick.“